Donnerstag, Juli 26, 2007

Neues Layout


Mein deutscher Blog präsentiert sich ab heute in neuem Gewand! Ich hoffe, dass dies Ansporn für mich ist, wieder regelmäßiger hier zu schreiben. Zukünftig werde ich mich nur noch auf meinen deutschen Blog an dieser Stelle konzentrieren. Das Layout habe ich ein bißchen "entschlackt" und für den Internet Explorer angepasst, somit sollten auch keine Darstellungsprobleme mehr auftreten.

Einen lieben Gruß

Markus Michel

Freitag, April 20, 2007

Eine kurze Einführung in: Modest Mussorgskij - Bilder einer Ausstellung


Einer der schönsten und zugleich anspruchsvollsten Klavierzyklen des neunzehnten Jahrhunderts ist gewiß Modest Mussorgskijs Werk "Bilder einer Ausstellung" aus dem Jahre 1874.


Modest Mussorgskij

Der russische Komponist Modest Mussorgskij (1839-1881) schuf dieses Werk zum Gedenken an seinen Freund, den Architekten Viktor Hartmann (1834-1873), den er in St. Petersburg kennenlernte. Hartmann war nicht nur ein guter Architekt - unter anderem schuf er das 1862 in Nowgorod eingeweihte Denkmal zur Tausendjahrfeier Rußlands - sondern trat auch als begabter Buchillustrator, Designer und Aquarellzeichner in Erscheinung.


Viktor Hartmann

Als Hartmann 1873 starb, veranstalteten Freunde eine Gedenkausstellung mit ungefähr 400 Exponaten seines Schaffens. Mussorgskij war von der Ausstellung so angetan, dass er beschloß, dem Freund zusätzlich auch noch ein musikalisches Denkmal zu setzen. So komponierte er eine Klaviersuite, in der er insgesamt zehn von Hartmanns Werken in seine ganz eigene Tonsprache umsetzte.

Das ganze Werk gleicht dem Ablauf eines wirklichen Ausstellungs-
besuchs. Der Besucher betritt die Ausstellung und bekommt sofort einen Eindruck von der Szenerie, dargestellt in der "Promenade". Es wird vermutet, dass Mussorgskij, der von beträchtlicher Leibesfülle war, sich hier selbst in seinem sehr schwerfälligen Gang verewigte. Der rhythmische Wechsel von 5/4- und 6/4-Takt imitiert den schwankenden und ungleichmäßigen Gang des beleibten Besuchers. Dennoch hat diese erste Promenade durchaus auch etwas majestätisches im Duktus der Melodie.



Die Promenade bildet gewissermaßen das Bindeglied zwischen den einzelnen Bildern, jedoch verändert sie im Verlauf des Rundgangs ständig ihren Charakter, je nach dem Eindruck, den der Betrachter von dem jeweiligen Bild hat. Nachdem der Besucher nun den Saal betreten hat, sieht er schon aus der Ferne das groteske Bild des "Gnomus" (im leider nicht mehr erhaltenen Original wohl die Zeichnung eines umherspringenden Nußknackers). Deswegen setzt auch die Musik zu diesem Bild ohne Pause direkt im Anschluß an die Promenade ein. Mit wilden, abrupt endenden Achtelfiguren beschreibt Mussorgskij den umherspringenden Gnom, der tolpatschig immer wieder hinfällt, um sich sogleich wieder aufzurichten.



Am Schluß eilt er hastig davon, was wiederum durch eine sehr flinke Achtelsequenz dargestellt wird.



Audio MIDI: Promenade - Gnomus


Die zweite "Promenade" kündigt das folgende Bild an. Diesmal ist jedoch der schwerfällige Forte-Charakter der ersten Promenade einer sehr ruhigen, geradezu lyrischen Darstellung gewichen und verweist damit schon auf das nächste Bild. "Das alte Schloß" ist das zweite Bild des Zyklus. Ein Troubadour singt vor dem Fenster eines Schlosses seiner Angebeteten ein ergreifendes Liebeslied. In den ersten Takten kann sich der Hörer bildlich vorstellen, wie der Troubadour die Saiten seiner Laute schlägt, bevor er in der Melodie zu seinem Gesang anhebt.



Mussorgskij läßt jedoch offen, ob der Jüngling mit seiner Darbietung schlußendlich Erfolg hatte...

Audio MIDI: Promenade - Das alte Schloß


Nach dieser eher besinnlichen Szenerie schlendert der Besucher weiter, wiederum dargestellt durch die "Promenade", die nunmehr aber sehr viel lebendiger erscheint, als zuvor. "Tuilerien" beschreibt das Treiben rund um die Tuilerien in Paris. Wir erleben Kinder, die mit Abzählreimen und Fangen spielend umhertollen, sich gegenseitig necken, lachen und schreien und ihre Gouvernanten, die sich bemühen, die Kleinen im Zaum zu halten.



Audio MIDI
: Promenade - Tuilerien


Das nächste Bild folgt unmittelbar ohne eine zwischengeschaltete Promenade, womöglich hängt es direkt neben dem vorherigen Bild, so daß der Besucher, ohne weiterzugehen, einfach nur den Kopf etwas drehen muß, um es zu betrachten. "Bydło" beschreibt in seiner schwerfälligen eintönigen Baßbewegung den Ochsenkarren eines polnischen Bauern, der sich dem Betrachter erst nähert, dann laut polternd an ihm vorüber fährt, um dann in der Ferne zu verschwinden.



Die extreme dynamische Gestaltung des crescendo-decrescendo-Effektes verschafft uns tatsächlich sehr plastisch die Illusion dieser räumlichen Bewegung.

Audio MIDI: Bydło


Wieder geht der Besucher weiter, die "Promenade" erscheint hier in einer sehr nachdenklichen Weise. Aber nun wird sie schon kurz vor ihrem eigentlichen Ende durch das fröhliche Anfangsmotiv des nächsten Bildes unterbrochen. Der Betrachter scheint schon aus der Ferne durch das Bild aus seiner Nachdenklichkeit gerissen zu werden.



"Die Küchlein in ihren Eierschalen"
stellen sicherlich das lustigste Bild des Zyklus' dar. Die Anregung zu diesem Bild bekam Mussorgskij durch einen Kostümentwurf Hartmanns zu dem Ballett Trilbi des Komponisten Julius Gerber und des Choreographen Marius Petipa.


Entwurf zu dem Ballett "Trilbi"

Bei Mussorgskij hüpfen die Küken fröhlich piepsend wild durcheinander. Das Piepsen wird hier von Mussorgskij lautmalerisch durch die vielen Vorschlagsnoten anschaulich dargestellt.



Audio MIDI: Promenade: Ballett der Küchlein in Ihren Eierschalen



Das folgende Bild scheint auch wieder unmittelbar neben dem vorherigen zu hängen, denn auch hier verzichtet Mussorgskij auf die Zwischenschaltung einer Promenade. "Samuel Goldenberg und Schmuyle" beschreibt das zänkische Gespräch zwischen zwei alten Juden.


Samuel Goldenberg und Schmuyle

Während der eine sich in verärgertem und zänkischem Gegrummel ergeht (dargestellt durch die düstere Baßlinie), macht sich der andere (dargestellt in der Oberstimme) über ihn lustig.


...



Das ganze endet in einem gemeinsamen lauten Schlußpunkt - man hat sich wohl endgültig entzweit.

Audio MIDI: Samuel Goldenberg und Schmuyle


Die anschließende "Promenade" gleicht in ihrer Gestalt wieder sehr der ursprünglichen Promenade, doch erscheint sie hier wesentlich lebendiger und frischer. Diese Promenade führt uns direkt zum "Marktplatz in Limoges". In diesem Bild führt uns Mussorgskij das wilde Treiben auf einem französischem Wochenmarkt vor Augen: Händler, die laut rufend Ihre Waren feilbieten, Frauen, die mit ihnen um die Preise feilschen, spielende Kinder, Bänkelsänger und bellende Hunde.



Die wilde Szenerie mündet unvermittelt in die sakrale Ruhe der "Katakomben". Wie ein Regisseur bei einem Filmschnitt läßt Mussorgskij die Szenerie abrupt ändern und der Zuhörer findet sich in Paris' Unterwelt wieder.



In den Katakomben von Paris


Die feierlichen, lang anhaltenden Akkorde beschreiben sehr anschaulich die düstere, geheimnisvolle Atmosphäre und den Hall im weitverzweigten Abwassersystem unter Frankreichs Hauptstadt.



Der von Mussorgskij in der Partitur (in freilich nicht ganz korrektem Latein) vermerkte Satz "Con (sic) mortuis in lingua mortua"(Mit den Toten in der Sprache der Toten) verweist darauf, daß er dieses Bild wohl als Zwiesprache mit seinem verstorbenen Freund Viktor Hartmann verstand.



Auch hier klingt das Motiv der Promenade wieder an, nun jedoch zu einem Kirchenlied, wie in einer Totenmesse, verklärt. Leise klingen die letzten Töne aus - eine letzte Reminiszenz an den verstorbenen Freund.


Audio MIDI
: Promenade - Der Marktplatz von Limoges - Katakomben



Das nächste Bild "Die Hütte der Baba Yaga" beschreibt den grotesken Ritt einer Hexe auf einer Hütte auf Hühnerfüßen.



Die Anregung zu diesem Stück bekam Mussorgskij vermutlich durch Hartmanns Entwurf für eine Standuhr.


Die Hütte auf Hühnerfüßen (Entwurf)

Der infernalische Charakter dieses Stücks steht in krassem Gegensatz zu dem folgenden Schlußstück "Das große Tor von Kiew", in das es ohne Überleitung mündet.


Das große Tor von Kiew

"Das große Tor von Kiew" ist im Grunde auch eine Promenade, hier aber als feierliche Schlußhymne gestaltet. Die Einfügung von Glockengeläut und Anklänge an Kirchenchoräle verstärkt den feierlichen Charakter dieses Finales.



Der Zuhörer verläßt gewissermaßen durch das Tor die Ausstellung und tritt wieder ins Freie des wirklichen Lebens.


Audio MIDI: Die Hütte der Baba Yaga - Das große Tor von Kiew



Mit dieser Suite ist Mussorgskij ein unvergleichliches Meisterwerk der europäischen Musik des neunzehnten Jahrhunderts gelungen. Um so unverständlicher, daß dieses Werk nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1874 zunächst überhaupt keine Beachtung erfuhr. Der erste Druck des kompletten Werkes erfolgte erst einige Jahre nach Mussorgskijs Tod (1886).


Titelblatt der ersten vollständigen Urausgabe

Und erst in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts sorgte nicht zuletzt die bis heute sehr populäre Orchestrierung von Maurice Ravel dafür, daß das Werk in die Konzertsäle der Welt Einzug hielt. Weitere Bearbeitungen und Orchestrierungen stammen unter anderem von Walter Goehr (1942) und Vladimir Ashkenazy (1982). Selbst eine Version für Rockband von Emerson, Lake & Palmer aus dem Jahre 1971 existiert und aktuelle neue Arrangements zeugen von der anhaltenden Beliebtheit dieses Werkes.

Selbst, wenn sich in den heutigen Konzertsälen Ravels (brilliante) Orchestrierung fast größerer Beliebtheit als das Original erfreut, sollte man dennoch die originale Klavierfassung nicht vergessen. Sie ist das eigentliche Meisterwerk. Die Bearbeitungen können als Hilfsmittel einer Annäherung an Mussorgskijs Original dienen. Mussorgskijs Leistung bleibt es jedoch, mit den beschränkten Mitteln des Soloklaviers eine ungemein plastische und bildhafte Darstellung
von Außermusikalischem geschaffen zu haben, wie es niemandem zuvor in dieser eindringlichen Weise gelang. Dieses Werk ist eines der großartigsten Beispiele der sogenannten Programmusik, die im neunzehnten Jahrhundert ihre Blütezeit erlebte.

Bilder eine Ausstellung - ein wahrhaftes Meisterwerk der Musikgeschichte!



(Hinweis: Die MIDI-Dateien wurden von Robert Finley erstellt)

Montag, Dezember 25, 2006

Welche Gedanken haben wir im Herzen?


Am 22. November 2006 erhielt mein Onkel, Pater Manuel Merten, Assistent des Ordensmeisters für die Klausurschwestern des Dominikanerordens im Vatikan, den Deutschen Predigt-Preis 2006 in der Universitätskirche in Bonn.




Seit dem Jahr 2000 wird dieses Preis jährlich vom Verlag für deutsche Wirtschaft verliehen.Der Verlag will damit einen Beitrag zur Redekultur in den Kirchen im deutschsprachigen Raum leisten. Jeder Prediger, ganz gleich welcher christlichen Konfessiom, kann an diesem Wettbewerb teilnehmen. Auch Vertreter nicht-christlicher Religionen können durch Einsendung einer Predigt teilnehmen. Die ökumenisch besetzte Jury besteht aus Theologieprofessoren, Verlegern, Pastoren und Vertretern der wichtigen christlichen Kirchen.

Es ist das zweitemal, dass ein Dominikaner als bester Prediger des Jahres ausgezeichnet wurde. Nach Fr. Dr. Ulrich Engel op im Jahre 2004, erhielt nun Pater Manuel Merten die bronzene Medaille zusammen mit einer wertvollen Ausgabe der Bibel. Über 400 geladene Gäste waren bei diesem besonderen Ereignis zugegen, unter ihnen eine große Zahl von Laien, Ordensbrüdern und Schwestern.

Seine Predigt handelt von der Toleranz und Intoleranz zwischen den Weltreligionen vor dem Hintergrund der jüngsten Übergriffe von islamischen Extremisten in verschiedenen Teilen der Welt.

Ich denke, dass wir solche Menschen in diesen Zeiten sehr benötigen; Menschen, die ihre Stimme gegen Intoleranz und Inhumanität erheben und ich bin stolz, dass eine dieser wichtigen Stimmen direkt aus meiner Familie kommt!

Und hier folgt die Predigt von Pater Manuel Merten:

Welche Gedanken habt ihr im Herzen?
Religionen und Gottes Wille für das Wohl der Menschen


Wir schreiben den 28. Oktober 2001. Erstmals für diesen Sonntag hat die starke katholische Gemeinde von Bahawalpur in Pakistan, seit Jahrzehnten von Dominikanern betreut, ihre Gottesdienstordnung geändert und den Hauptgottesdienst auf 10.00 Uhr verlegt, um zuvor der kleinen evangelischen Gemeinde am Ort ihre Kirche zur Verfügung zu stellen.

Fünfundvierzig evangelische Christen sind zum Gottesdienst versammelt, als plötzlich die Tür aufgerissen wird und vermummte Männer, bewaffnet mit Maschinengewehren, hereinstürmen und unmittelbar das Feuer eröffnen. Als sie kurz darauf wieder verschwinden, lassen sie 17 Tote, eine Anzahl Schwerverletzter sowie eine bis ins Mark erschütterte katholische und evangelische Gemeinde zurück. Tags darauf feiern radikal-islamische Zeitungen den Überfall, bedauern aber, dass den Tätern die Veränderung der Gottesdienstordnung unbekannt war, wäre doch sonst „der Triumph der Diener Allahs über die Ungläubigen“ großartiger ausgefallen.

Heute vor acht Tagen habe ich in eben dieser Kirche Gottesdienst gefeiert - vor dem Hintergrund einer erneut gespannten Situation, in der die Christen nicht sicher sein können, wann die Protestkundgebungen gegen die in westlichen Zeitungen erschienenen Karikaturen des Propheten Mohammed in feindliche Aktionen gegen sie umschlagen.

Im Anschluss an den Gottesdienst sitze ich mit den Dominikanerinnen und Dominikanern von Bahawalpur zusammen. Noch immer sind sie von den damaligen Ereignissen gezeichnet und ihre Erschütterung ist unüberhörbar, als sie erzählen, wie rasch sich alles zugetragen hat und wie sie vom Fenster oder vom Hof aus Zeugen des Massakers wurden. Aber dann erzählen sie auch von beeindruckenden Zeichen der Solidarität und Unterstützung gerade aus den Reihen ihrer muslimischen Nachbarschaft. Und natürlich bleibt ein Ereignis nicht unerwähnt: Einen Tag nach dem Attentat, am Abend des 29. Oktober 2001, stehen, nach einer neunstündigen Autofahrt, der alte und schwerkranke Maulana Muhammad Abdul Qadir Azad, ehemaliger Großimam der zweitgrößten Moschee der Welt in Lahore, Pakistan, zusammen mit seinem Sohn, dem amtierenden Großimam dieser Moschee, vor der Tür. Sie sind gekommen, um ihr Entsetzen zum Ausdruck zu bringen. Abdul Qadir Azad entschuldigt sich bei den christlichen Gemeinden im Namen aller rechtgläubigen Muslime und geißelt das Massaker als „Verrat an der Botschaft des Propheten“.

Der Großimam von Lahore belässt es nicht bei diesem Solidaritätsbesuch. Im Januar 2004 lädt er eine Delegation von Christen, angeführt von einem der Dominikaner, zu einer Konferenz in seine Moschee ein. Vor mehr als 3000 Gläubigen und über 100 Islamwissenschaftlern bringt der Großimam diese Einladung in Verbindung mit der ausdrücklichen Erlaubnis Mohammeds aus dem 7. Jahrhundert, dass Christen in der Moschee von Medina ihre Gebete verrichten dürfen. Dann lauschen 3000 Muslime an einem Freitag, ihrem heiligen Tag, über mehr als eine Stunde den Worten meines Mitbruders James Channan. Seither verbindet ihn und den Imam große gegenseitige Wertschätzung, um nicht zu sagen eine herzliche Freundschaft.

Im Laufe meines Aufenthaltes in Pakistan lerne ich Muhammad Abdul Qadir Azad auch persönlich kennen. Wir sprechen auch über die Karikaturen und ihre gefährlichen Auswirkungen vor allem in der islamischen Welt. Natürlich findet der Imam diese Darstellungen des Propheten befremdlich, aber er sieht genau keinen Zusammenhang zwischen solchen Karikaturen und einer religiösen Auseinandersetzung zwischen Christentum und Islam. Wer die Karikaturen als Mittel in einem „Kampf der Kulturen“ oder gar der „Religionen“ zum Einsatz bringen will, der hat - so der Imam - „einen verstellten Blick“. Solche Menschen kann man nur fragen: „Was für Gedanken habt ihr im Herzen?“ Dann sagt Abdul Qadir Azad einen Satz, der mich tief bewegt: „Ohne Anerkennung der Liebesbotschaft des Propheten Jesus und seines unbedingten Friedenswillens wäre der Islam nicht vollkommen.“

Was für Gedanken habt ihr im Herzen? - Genau diese Frage stellt Jesus im heutigen Evangelium „einigen Schriftgelehrten, die dort saßen“. Sie sehen das Vertrauen der vier Männer und des Gelähmten, sie sehen die ungewöhnliche Mühe, die sie aufbringen, um ihren Freund in Jesu heilende Nähe zu schaffen, sie sehen die Menschenmassen vor der Tür, die sich nach Worten sehnen, die verändern und Frieden bringen, sie selbst hören, wie Jesus sagt: „Deine Sünden sind dir vergeben“ - aber ihre religiösen Vorstellungen, genauer vielleicht „ihre Ideologie“, verstellt ihnen den Blick: Wo Gott Wohlgefälliges geschieht, sehen sie „Gotteslästerung“ am Werk.

Das ist eine Spur, die sich durch alle Evangelien zieht: Hohepriester, Schriftgelehrte, Pharisäer, Sadduzäer, die, die die religiöse Elite bilden, sie scheinen besonders gefährdet, eigene politische oder religiöse Vorstellungen - Ideologien eben - mit Gottes Willen zu verwechseln. Immer und immer wieder wird diese Gefahr auf den Punkt gebracht, wie etwa im Matthäusevangelium, wo es, bereits unter Bezug auf den Propheten Jesaja, wörtlich heißt: „Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden, und mit ihren Ohren hören sie nur schwer, und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören, damit sie mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile.“

Religion, Gottes Offenbarung - welche Tragik - kann verkannt werden und wird es immer wieder. Als Papst Urban II am 27. November 1095 den ersten Kreuzzug ausrief, schloss er seine flammende Rede mit den Worten: „Gott will es“ - und bis heute gebrauchen Muslime, wenn sie von den Christen sprechen, den Begriff Kreuzfahrer. „Gott will es“, davon waren Christen überzeugt, als es um Inquisition und um Hexenverbrennung ging. Mit der Überzeugung „Gott will es“ wurden ganze Völker und Kulturen vernichtet, Sklaverei und Menschenhandel gerechtfertigt, Frauenrechte unterdrückt, Menschenrechte außer Kraft gesetzt und vieles mehr. In der festen Überzeugung „Gott will es“ definierte George Bush in seiner Regierungserklärung vom 29. Januar 2002 die „Achse des Bösen“ - und auf der Seite der Guten hören wir später von „Guantanamo“, von Gefangenenflügen in Foltergefängnisse, sehen immer wieder neue Bilder aus Abu Grahib und entsprechenden anderen Orten.

In der Überzeugung „Allah will es“ wurden am 28. Oktober 2001 siebzehn Menschen erschossen, die friedlich in der Kirche zum Gebet versammelt waren. In der Überzeugung „Allah will den Tod der Ungläubigen“ macht man inzwischen in verschiedenen islamischen Staaten wieder Jagd auf unschuldige Menschen.

Hören wir auf Jesu Wort aus dem heutigen Evangelium: „Was für Gedanken habt ihr im Herzen?“ Stellen wir uns der Frage: Wie vermeidet man einen verstellten Blick?

Es gibt eine Stelle im Evangelium nach Lukas, die uns helfen kann, rechte Maßstäbe zu finden. Hier der etwas gekürzte Text - er ist überschrieben: Die Ablehnung Jesu in seiner Heimat: „So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“

Jesu Rede findet zunächst Beifall, dann aber stellt jemand die Frage: Ist das nicht der Sohn Josefs? Jetzt erlaubt sich Jesus darauf hinzuweisen, wie wenig das so genannte erwählte Volk auf Gott gehört hat und wie oft stattdessen Menschen aus fremden Völkern, Heiden und Ungläubige, Gottes Wort nicht nur besser und tiefer verstanden sondern vor allem auch befolgt haben. Der Bericht schließt: Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

Es ist offensichtlich nicht die Religion an sich, nicht die Frömmigkeit und nicht der regelmäßige Kirchbesuch, die garantieren, dass unser Blick nicht verstellt ist und die Gedanken in unserem Herzen nicht verkehrt. Die Prüfungsfragen für ein rechtes Verständnis dessen, was Gott von uns will, lauten so: Bringt das, was du sagst und vertrittst, Armen Hoffnung, ist es eine gute Nachricht für sie? Schafft dein Handeln Freiheit für Gefangene - und davon gibt es so viele verschiedene Arten. Eröffnest du Blinden eine neue Sicht? Ist es dir ein Anliegen, Zerschlagene aufzurichten? Bist du als Christ ein Zeichen dafür, dass es Gott um Gnade geht, um Gutes für den Menschen?

Beten wir in diesem Gottesdienst um Frieden in der Welt und um Wohlergehen für alle Menschen, beten wir vor allem darum, dass die Religionen, um Gottes Willen, ihrem Auftrag gerecht werden, den Menschen zu dienen und ihr liebevolles Miteinander zu fördern.

Amen.

Montag, Dezember 18, 2006

Eine kleine Einstimmung auf Weihnachten


In ein paar Tagen ist Weihnachten, aber so richtig will sich das weihnachtliche Gefühl noch nicht einstellen. Es ist schon seltsam, dass man immer vor dem Fest eine Menge zu tun hat und dann nicht selten auch noch richtig schön krank wird. Um uns alle dennoch in die richtige Stimmung zu versetzen, gibt es hier eine MIDI-Version von W.A. Mozart's Werk

"12 Variationen in C-Dur für Klavier solo" (KV 265) .

Ich bin sicher, dass wir alle diese Melodie kennen! In den USA ist sie unter dem Titel "Twinkle, Twinkle, Little Star" bekannt und wird dort als Schlaflied für kleine Kinder gesungen:



In Deutschland hingegen kennen wir diese Melodie als eines der beliebtesten Weihnachtslieder: "Morgen kommt der Weihnachtsmann":



Aber überraschenderweise war die ursprüngliche Version dieser Melodie ein französisches Volkslied mit dem Titel: "Ah, vous dirai-je Maman”. Der Orginaltext handelt von der Lust eines Kindes auf Süßigkeiten:



Der Vollständigkeit halber sei hier angefügt, dass es noch viele weitere Bearbeitungen dieser Melodie gibt, zum Beispiel von Johann Christoph Friedrich Bach:




Aber zurück zu Mozart! Als er also im Jahre 1778 seine Variationen schrieb, waren Sie in keinster Weise mit dem Weihnachtslied verknüpft, das wir in Deutschland heute mit dieser Melodie verbinden. Es ist schon frappierend, wie ein und dieselbe Melodie ihren Weg um den Erdball findet und dabei zu ganz unterschiedlichen Anlässen geungen wird.

So hoffe ich, dass dieses kleine hübsche Werk aus Mozarts Feder ein bißchen dazu beitragen kann, uns alle auf Weihnachten einzustimmen...es ist immer und immer wieder erstaunlich, was für eine Kreativität dieser Kerl in sich trug; eine kleine Melodie und dann all diese rhytmischen und melodiösen Einfällen, einfach faszinierend...! Ich denke wenn Mozart in unserer Zeit lebte, wäre er ein ebenso großartiger Improvisator im Jazz geworden...!



Ich wünsche uns allen ein schönes Weihnachtsfest und ein friedvolles Jahr 2006

Samstag, Dezember 16, 2006

Unerhört!
Das Geheimnis unserer inneren Musikalität


Im Moment laboriere ich an einer Trommelfellentzündung in meinem linken Ohr, was zur Folge hat, dass ich mit diesem Ohr so gut wie nichts hören kann. Natürlich ist dies eine unangenehme Situation, insbesondere für einen Musiker, der von klein auf sein Gehör ausgebildet hat. Man merkt in solchen Situationen, wie selbstverständlich das Hören im Alltag für einen ist und man macht sich selten Gedanken darüber, wie wichtig dieser Sinn für uns alle ist. Fehlt die Hörkraft auf einem Ohr, ist der ganze Orientierungssinn mit beeinträchtigt, zB. im Straßenverkehr.

In dieser erzwungenen Ruhepause dachte ich nun über die Frage nach, welche Rolle das Gehör für die Musikalität eines Menschen spielt. Wo entsteht in uns die Musik? "Natürlich im Gehör", werden die meisten sagen, "Mit den Ohren nehmen wir die Musik auf und diese Impulse werden dann über die Nerven an das Gehirn weitergeleitet". Nun, dies würde aber im Umkehrschluss bedeuten, dass Gehörlose keine Musikalität besitzen, weil ihnen vollständig die Vorstellungskraft fehlte, was Musik tatsächlich sei. Ist dem aber wirklich so?

Für mich zumindest gilt dies so nicht! Auch wenn ich nichts äußerliches höre, ist dennoch Musik in mir. Allein die Vorstellungskraft ermöglicht es mir, Musik in mir entstehen zu lassen und eben nicht nur bekannte, also schon einmal gehörte Musik, auch neue Musik kann ich allein durch die Vorstellungskraft in mir entstehen lassen. Es muss also etwas in uns geben, eine Art musikalisches Zentrum, dass a priori, also vor der sinnlichen Erfahrung, etwas in uns zum klingen bringt und Musik für uns erfahrbar macht.

Es gibt eine interessante Anekdote von Glenn Gould. Als kleiner Junge übte er am Piano im Haus seiner Eltern und er scheiterte immer wieder an einer bestimmte Stelle des Stücks. Immer und immer wieder probierte er, aber es wollte einfach nicht gelingen. Da öffnete sich die Tür und die Haushälterin kam herein, offensichtlich wenig angetan vom Spiel des jungen Künstlers, denn ohne auf den kleinen Glenn zu achten, schaltete sie den Staubsauger ein. Glenn probierte weiter an der verflixten Stelle herum, obwohl das Geräusch des Staubsaugers sein Pianospiel übertönte. Und plötzlich gelang es Glenn, die Stelle so perfekt zu spielen, wie er es zuvor vergeblich versucht hatte. Allein seine Vorstellungskraft war nun sein "Gehör" und offensichtlich ein besserer Ratgeber als das eigentliche Gehör.

Ein anderes Beispiel ist die berühmte Schlagzeugerin Evelyn Glennie, die seit ihrer Jugend nahezu taub ist und dennoch eine der führenden Künstlerinnen auf ihrem Instrument ist. Sie nimmt Musik hauptsächlich über Vibrationen wahr, was es ihr dennoch ermöglicht für ihr Instrument zu komponieren. Nun kann man in diesem Fall sicher einwenden: "Nun, hier ist nicht nur das von mir behauptete 'innere musikalische Zentrum' am Werk, schließlich hat sie beim Spiel eine sinnliche Erfahrung, nämlich die Schwingungen der Schallwellen, die sie über ihren Körper wahrnimmt...", aber dennoch ist es frappierend, dass sie es ohne ihr äusseres Gehör zu einer solchen Meisterschaft auf ihrem Instrument gebracht hat.

Ich bin mir sicher, dass es in uns einen weiteren -von der Wissenschaft noch nicht enthüllten- Sinn gibt, also gewissermaßen einen inneren Sinn, der für das Phänomen unserer Musikalität verantwortlich ist. Eines der vielen großen ungelösten und unerhörten Rätsel unserer Gattung. Man darf gespannt sein, ob es der Wissenschaft jemals gelingen wird, diesen 6. Sinn nachzuweisen. Aber vielleicht ist das auch gar nicht so wünschenswert. Gerade die Mysterien machen die Musik zu etwas so Faszinierendem und Schönem. Wer weiß, vielleicht würde ein zu grosser Forscherdrang diese Schönheit nur zerstören...?!!

Montag, November 13, 2006

Welte Mignon - MIDI des letzten Jahrhunderts


In unserer heutigen technischen Wunderwelt sehen wir es als selbstverständlich an, eine Vielzahl von Aufnahme- und Wiedergabemedien, wie zum Beispiel Compact Disks, Tonbänder, MP3, MIDI und Wave-Dateien, iPods, Radios usw. zu nutzen. Für uns ist es normal, den Interpretationen unserer Lieblingsmusiker wann und wo auch immer zu lauschen.


Aber vor hundert Jahren war dies unmöglich! Es gab kein Radio und keine Abspielgeräte zu Hause. Wollte man damals eine Aufführung seines Lieblingskünstlers hören, musste man sich notgedrungen die Mühe machen, ein Konzert dieses Künstlers zu besuchen und dies nicht selten an einem weitentfernten Ort! Im Jahre 1877 erfand Thomas Alva Edison den ersten Phonographen, aber die klanglichen Resultate waren nicht gerade berauschend oder ein Ohrenschmaus.


So dachten zwei junge Männer aus Freiburg, Edwin Emil Welte und sein Schwager Karl Bockisch, über bessere Methoden der Aufnahme und Wiedergabe von (Piano-) Musik nach. Sie gründeten die Firma "M. Welte und Söhne" und nach einigen Jahren der Forschung und Entwicklung, präsentierten sie im Jahre 1905 einer erstaunten Öffentlichkeit das erste "Welte-Mignon-Reproduktionsklavier":




Diese Apparatur bestand aus einem modifizierten Steinway-Piano, der mit einer Lochstreifen-Notenrolle kombiniert wurde.






Auf den ersten Blick mag uns diese Technik an die wohlbekannten Western-Saloon-Klaviere erinnern, aber mit dieser Apparatur war es nicht nur möglich, die Melodie und die Akkorde aufzuzeichnen, sondern auch alle noch so feinen dynamischen Abstufungen und Pedal-Nuancen.


Natürlich war dies in der damaligen Zeit eine absolute Sensation und viele Komponisten und Pianisten nahmen die Chance wahr, Aufnahmen mit dieser neuen technischen Errungenschaft zu machen. Glücklicherweise sind viele der benutzten Pianorollen gut erhalten geblieben, so dass in den 90er Jahren eine Vielzahl mit Hilfe moderner Digitaltechnik neu aufgenommen und in einer fünf CD's umfassenden Sammlung veröffentlicht wurden. So verschafft uns dieses ehemalige technische Wunderwerk die Möglichkeit, einen Eindruck von der musikalischen Ästhetik und Aufführungspraxis der Zeit um die vorletzte Jahrhundertwende zu gewinnen. Wir können dankbar sein, dass der Erfindergeist jener beiden deutschen Ingenieure uns die Möglichkeit gibt, authentische Interpretationen aus jener Zeit anzuhören.


Es ist nicht so leicht, Tonbeispiele im Internet zu finden, aber nach langer Suche, bin ich auf folgende Beispiele gestossen, so möge man sie genießen und sich während des Zuhörens immer wieder vergegenwärtigen, dass diese Musik vor hundert Jahren eingespielt wurde.


Anmerkung: Diese Tonbeispiele sind im MP3-Format und sollten bei entsprechender Installation des Real Players mit einem Doppelklick auf den entsprechenden Link selbständig im Player geladen werden. Ansonsten ist es auch möglich die Datei mit einem Rechtsklick auf den Link zunächst auf dem eigenen Computer zu speichern und dann mit dem bevorzugten Player abzuspielen.

  • Johannes Brahms, Ungarischer Tanz Nr.1, Pianist: Arthur Nikisch, eingespielt am 9. Februar 1906
  • (Dateigröße: 5 MB)

  • Franz Liszt, Étude des Konzertes Nr.3 "Un Sospiro", Pianist: Frederick Lamond, aufgenommen am 27. September 1905
  • (Dateigröße: 7 MB)

    Montag, Oktober 23, 2006

    Eine kurze Einführung in J.S. Bachs "Goldberg-Variationen"


    Eines der schönsten Werke für Cembalo (Klavier) ist sicherlich Johann Sebatian Bachs Komposition "Aria mit verschiedenen Veränderungen und einer Aria da capo für Cembalo mit 2 Manualen" aus dem Jahre 1741, ein Auftragswerk für den russischen Gesandten am Dresdener Hof Graf Hermann Carl von Keyserlingk.


    Oben: Original-Titelblatt der Erstausgabe von 1741


    Der Legende zufolge, litt der Graf an Schlaflosigkeit, so dass sein Cembalist Johann Gottlieb Goldberg ihn am Abend in den Schlaf spielen musste. Weil er nun irgendwann alle Melodien, die Goldberg spielte, in und auswendig kannte, bat der Graf Bach, etwas Neues für Goldberg zu komponieren. Doch lesen wir, was Johann Nicolaus Forkel, der erste Biograph von Johann Sebastian Bach, zu diesem Umstand schrieb:

    „Einst äußerte der Graf [von Keyserlingks] gegen Bach, dass er gern einige Clavierstücke für seinen [Hauscembalisten] Goldberg haben möchte, die so sanften und etwas muntern Charakters wären, dass er dadurch in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert werden könnte" (Forkel, Über Johann Sebastian Bachs Leben, Kunst und Kunstwerke, Leipzig, 1802, 91f.)

    Es ist leider nicht überliefert, was der Graf von Bachs "musikalischer Medizin" hielt, aber dieses grossartige Werk ist weit davon entfernt, ein Schlaflied zu sein.
    So dachte Bach darüber nach, wie er diese Augabe lösen könne...

    In einem Werk mit Variationen wird normalerweise die Melodielinie variiert. In diesem Werk jedoch, entschied sich Bach dafür, die absteigende Basslinie der "Aria" "G, Fis, E, D, H" als Fundament aller 30 Variationen zu benutzen. (siehe Beispielbilder, die jeweilige Basslinie ist in rot markiert):






    .

    Diese Methode, ein Werk mit Variationen zu komponieren, war in der damaligen Zeit sehr ungewöhnlich, aber auf diese Weise gewann Bach eine grössere Freiheit in der Gestaltung und Variation der Melodie.

    Eine andere bemerkenswerte Tatsache ist, dass jede dritte Variation als Kanon gestaltet wurde. ist. Bach komponierte diese Kanons in aufsteigenden Intervallen: Variation III ist ein Kanon in unisono, Variation VI is ein Kanon auf der Sekunde, Variation IX ist ein Kanon auf der Terz, usw. bis hin zur Variation XXVII, die ein Kanon auf der None ist.

    Variation XXV markiert einen Höhepunkt im gesamten Werk , weil sie als einzige in "Adagio", also einem auffällig getragenen Tempo gespielt wird. Dieses Adagio ist ein sehr kontemplatives Stück und eines der Meisterwerke, die jemals für Tasteninstrumente in der Barockzeit geschrieben wurden.

    Am Ende der Variation XXX, ist eine Wiederholung der Aria vorgeschrieben (Aria da capo), was das Werk zu einem vollendeten Stück musikalischer Architektur macht. Seine Symmetrie, Intelligenz und emotionale Tiefe markieren einen Meilenstein in der Musikgeschichte.

    Wer sich einen ersten Eindruck von disem Werk verschaffen möchte, kann den untenstehenden Link benutzen. Dies ist eine MIDI-Version des gesamten Werks und dauert ca. 70 Minuten. Man sollte vorher sicherstellen, einen klaren Piano-Klang in seinem MIDI-Player auszuwählen (zB. in "WinAmp"). Diese Version erhebt natürlich nicht den Anspruch, eine vollendete Interpretation des Werkes zu sein. Sie soll nur Lust machen, sich tiefer mit dem Werk zu beschäftigen. Aber es lohnt sich, so nehme man sich die Zeit und geniesse!
    Denjenigen, die eine perfekte Interpretation hören möchten, seien die Aufnahmen von Glen Gould anempfohlen. Sein "Non-legato"-Spiel verleiht dem Werk eine schier unglaubliche Transparenz und Schärfe. Er hat dieses Werk zweimal aufgenommen: Im Jahre 1955 wählte er diese Werk als sein Debüt auf der Konzertbühne (die sehr stürmische Interpretation eines jungen Mannes) und im Jahre 1981 war es seine letzte Studioaufnahme, bevor er einige Monate später viel zu früh verstarb (die sehr reife Interpretation eines grossen Künstlers). Ich empfehle, beide Aufnahmen im Vergleich anzuhören. Dies verschafft einem einen guten Eindruck, welche Möglichkeiten der verschiedenen Interpretationen, diesem Meisterwerk der Musik innewohnen.



  • Goldberg-Variationen (MIDI-Version)
  • Freitag, September 22, 2006

    Ein kleiner Scherz - (nicht) nur für Musikexperten




    Dies flüstert die Dame in der ersten Reihe ihrer Nachbarin zu, während das Orchester die ersten Takte spielt... !



    Mittwoch, April 12, 2006

    Bauhaus - "Die Geburtstagsaufgabe"


    Diese Kunstwerke wurden von Lehrern des Bauhaus anlässlich des Geburtstags von Walter Gropius -dem Gründer des Bauhaus- am 18. Mai 1924 geschaffen.

    Die "Aufgabe", die sie sich stellten, war es, eine Vorlage in der jeweils individuellen Kunstsprache jedes einzelnen umzusetzen.

    Das Foto, das als Vorlage diente, wurde einer Zeitung entnommen und zeigt eine Menschenmenge auf einem öffentlichen Platz, die der Verkündigung des Wahlergebnisses der Reichstagswahl von 1924 über einen am Fenster aufgestellten Radioempfänger zuhörte.



    So haben wir hier eine der seltenen Möglichkeiten, die unterschiedlichen Formensprachen mehrerer Künstler an ein und demselben Objekt zu studieren...




    Lionel Feininger





    Wassily Kandinsky





    Paul Klee





    Lásló Moholy-Nagy





    Georg Muche

    Montag, März 27, 2006

    Fisches Nachtgesang


    Das nachfolgende "Lied" stammt von dem bekannten deutschen Schriftsteller Christian Morgenstern mit dem Titel "Fisches Nachtgesang". Ich war schon immer an dieser Art Kreativität interessiert, mit der ein Künstler die Möglichkeiten und Grenzen seiner Kunst gegenüber einer anderen Kunstform auslotet. ...Ich hoffe, es bereitet dem Leser (Hörer) genauso viel Spaß wie mir...!




    Wer hören will, was ich mit echten Meeresgesängen (Gesang der Buckelwale) kreiert habe, kann dies unter folgendem Link tun:

    Markus Michel - Wal-Party

    Ich wünsche eine angenehme Tauchfahrt...!

    Tacet ! (Er schweige!)


    In einer Zeit voller Geräusche und Geplapper, in der Musik uns in jeder Situation gefangen hält (Tanzmusik, Kaufhausmusik, Fahrstuhlmusik, Musik zum Entspannen, Kuschelrock...), ist es an der Zeit, einmal innezuhalten!

    Hier ist ein vollständiges Werk des amerikanischen Komponisten John Cage mit dem Titel "4'33" aus dem Jahre 1952. Also lehnen wir uns zurück und genießen wir!...:





    I. Satz


    TACET


    II. Satz


    TACET


    III. Satz


    TACET




    Anschließend kann man unter folgendem Link mehr über das Werk und den Komponisten erfahren:


  • John Cage: 4'33
  • Was ist Jazz?


    Vor einiger Zeit gab es in einem europäischen Jazz-Diskussionsforum im Internet eine lange Debatte über die Frage: Was ist Jazz?

    Es war interessant, all diese Äußerungen und Meinungen selbsternannter Experten zu lesen. Einige versuchten es mit einem soziologischen Ansatz, andere bezogen sich auf Harmonielehre und Kontrapunkt, und wiederum andere machten sogar philosophische Bemerkungen. Aber schließlich kamen sie alle zu keiner befriedigenden Antwort dieser Frage.

    Meine Frage ist: Muss ein musikalischer Stil wirklich definiert werden? Bedürfen wir wirklich der Begriffe und Definitionen um das Phänomen "Musik" zu beschreiben? O.K., in einer Diskussion oder in einem Gespräch mag es durchaus sinnvoll sein, bestimmte Begriffe zu benutzen, um klar zu machen, über welche Art der Musik man spricht, aber einige "Experten" scheinen mehr Zeit darauf zu verwenden, adäquate Begriffe zu finden, als Musik zu hören oder -besser noch- zu machen!

    Charlie Parker wurde einmal in einem Interview gefragt: "Können Sie uns erklären was "BeBop" ist?" und er sagte: "Nein, kann ich nicht und ich wünschte, Sie sagten einfach Musik dazu...!"

    Das isses...!!

    Sonntag, März 19, 2006

    "Classic meets Pop"


    In den letzten Jahren ist ein neuer Trend auf dem Musikmarkt zu beobachten, mit dem die Plattenindustrie versucht, ein neues Publikum für klassische Musik zu gewinnen.

    In Zeiten, in denen immer weniger Menschen in die Konzertsäle kommen, versuchen immer mehr Musiker und Plattenfirmen, Musik in einer "moderneren" Weise zu präsentieren, indem sie die Werke vergangener Jahrhunderte neu arrangieren. Ensembles wie "Rondo Veneziano", die hauptsächlich Musik von W.A.Mozart in poppigem Gewand präsentieren, und "André Rieu und sein Orchester", die meistens neue Arrangements von Walzern der Strauss-Dynastie aus Wien zum Besten geben, haben einen gewaltigen Erfolg mit ihren Auftritten und alle ihre Platten sind Bestseller.






    Ist dies ein guter Weg, um ein neues Publikum für klassische Musik zu begeistern?

    Meiner Meinung nach, ist es immer gut, wenn Menschen, die niemals zuvor in ihrem Leben in Kontakt mit klassischer Musik gekommen sind, ihren Weg zu diesem musikalischen Genre finden. Das traurige an der Sache ist allerdings, dass dies keine oder nur eine geringfügige Auswirkung auf die Situation der klassischen Musikszene hat, weil die Zuhörer von "Rondo Veneziano" oder "André Rieu" in diesem Stadium der Ausbildung ihres Musikgeschmacks steckenbleiben. Sie denken wahrscheinlich, dass Mozarts Musik auch im Original mit einem Elektrobass und Schlagzeug komponiert wurde, aber sie machen sich nur in seltenen Fällen die Mühe, sich auch einmal mit dem Original zu befassen. Es reicht ihnen völlig aus, die Musiker von "Rondo Veneziano" in ihren Rokkoko-Kostümen und Rokkoko-Perücken zu sehen, um die Illusion eines klassischen Konzertes zu haben. Und genauso verhält es sich mit dem Orchester von "André Rieu", das versucht, die Illusion eines Konzertes der Jugendstilepoche zu schaffen. Aber es ist eben nur das fade Klischee der originalen Zeit und deren Musik; leicht konsumierbare Musik, die man auch genauso gut auf der nächsten Party hören kann. Ich denke, dass dies früher oder später Musik als Kunstform ersterben lässt, wenn Menschen Musik lediglich als Hintergrundberieselung benutzen.

    Aber wir müssen uns auf der anderen Seite auch vergegenwärtigen, dass Musik in der Ära des Rokkoko und der Romantik meistens auch nur Unterhaltung für die obere Klasse -den Adel- war und nicht selten war ein Komponist gezwungen, Musik für diese Ignoranten zu erschaffen, nur des Geldes wegen! Es gibt eine nette Anekdote von Beethoven: Er wurde zu einer dieser Verlustigungen eingeladen, um dort einige seiner Kompositionen zu spielen. Und während er nun seine Meisterwerke zum Besten gab, spielten die Leute Karten und plapperten und kicherten die ganze Zeit. Nach einiger Zeit sprang Beethoven wutentbrannt von seinem Klavierhocker auf, schlug den Klavierdeckel mit einem lauten Krachen zu, stürmte zur Tür und während er das Haus verließ, schrie er: "FÜR DIESE SCHWEINE SPIELE ICH NICHT!!!!" So hat sich während der letzten Jahrhunderte nicht viel geändert. Ignoranten gab es damals und gibt es heute..

    Aber es gibt auch gute Beispiele in der zeitgenössischen Musik: Auch viele Jazzmusiker arrangieren klassische Musik neu. Alles fing in den Sechzigern mit Jaques Loussiers "Play Bach"-Aufnahmen an und zahlreiche Musiker folgten, wie zum Beispiel das "Eugen Cicero Trio" in Deutschland oder "Gordon Goodwin's Big Phat Band" in den Vereinigten Staaten. Sie fügen dem klassischen Original nicht einfach einen modernen Beat hinzu, sondern schaffen mit ihren Arrangements etwas völlig Neues.

    Wenn diese Art der Präsentation dazu führt, dass die Zuhörer sich auch mit der Orginalkomposition beschäftigten, wäre dies eine gute Sache. Das Original ist immer besser als die billige Pseudo-Modernisierung von Meisterwerken der letzten Jahrhunderte!

    Sonntag, Januar 29, 2006

    Für eine Erneuerung einer nicht-professionellen Musikkultur


    Es ist offensichtlich, dass die heutige professionelle Musikszene an einem Punkt der Stagnation angekommen ist. Es gibt unzählige professionelle Musiker, Bands, Orchester und Chöre, die versuchen, im Musikbusiness zu überleben. Überleben heißt: Geld verdienen!
    Und weil sie nichts anderes haben, womit sie ihr Geld verdienen können, sind sie gezwungen, sich am freien Markt zu orientieren. Der Geschmack der Mehrheit der Musikkonsumenten und Konzertbesucher bedingt das Repertoire. Und der Geschmack der Mehrheit wird von den Medien, wie Radio, Fernsehen und den großen Plattenfirmen beeinflusst.


    Wenn man sich das Radioprogramm von heute anschaut, ist es offensichtlich, dass die Radiostationen leicht konsumierbare Musik bevorzugen, wie "Popmusik", "Smooth Jazz" und "seichte klassische Musik". Die Notwendigkeit, ein grosses Publikum zu erreichen, bewirkt einen gewaltigen Konservatismus in der Auswahl der gesendeten Musik. Die Radiostationen sind lediglich daran interessiert, eine möglichst grosse Zuhörerschaft für die gesendete Werbung zu bekommen, da die Höhe der Einschaltquote den Preis der Werbeminute bestimmt. Sie sind nicht daran interessiert, ein Publikum für anspruchsvolle und innovative zeitgenössische Musik zu schaffen, die meistens nicht so eingängig ist, wie das Zeug, dass wir schon tausenmal gehört haben.

    Und in den Konzertsälen von heute, ist dasselbe Phänomen zu beobachten. Lieber spielen sie Beethovens Neunte oder Mozarts Zauberflöte bis zum Erbrechen, als dass sie etwas neues versuchten und das Risko eingingen, ein nur relativ kleines Publikum zu haben.

    Auf der anderen Seite verdienen die Stars des Klassikmarktes astronomische Summen, indem sie immer wieder das gleiche oder ähnliche Programm spielen (zB. verdient die Geigerin Anne-Sophie Mutter mehr als 50.000 € in einem Konzert...)

    So dreht sich schon seit geraumer Zeit unsere Musikkultur im Kreis, ohne neuen Talenten und fortschrittlicher Musik eine Chance zu geben. Wie können wir dies ändern? Wer könnte unsere gegenwärtige Musikkultur erneuern?

    Meiner Meinung nach, spielt die riesige Anzahl nicht professioneller Künstler eine immer größer werdende Rolle in der zeitgenössischen Musik. Sie machen Musik "just for fun" und nicht zu kommerziellen Zwecken. Diese Tatsache verleiht Ihnen eine große Unabhängigkeit, Musik zu spielen, die von den professionellen Künstlern links liegen gelassen wird. Und nicht selten machen diese "Amateure" Musik auf einem sehr hohen Niveau und mit einem viel größeren Enthusiasmus als die Professionellen, die meistens lediglich "Business as Usual" betreiben. Die "Amateurmusiker" sind das Medium einer zeitgenössischeren und innovativeren Musikszene. Sie übernehmen neuerdings die Aufgaben der öffentlichen Kommunen, die ein Orchester nach dem anderen schließen, weil es an Geld fehlt. Die "Amateure" bewahren das aktive Musikleben unseres heute in vielen Bereichen erstarrten Gemeinwesens. Und das aktive Musikleben in einer Gesellschaft ist genauso wichtig wie Essen und Trinken; ohne eine aktive Musikszene trocknet ein Gemeinwesen auf die Dauer aus!

    So soll dieser kurze Kommentar all jene sogenannten "Musikamateure" ermuntern, in und für die Öffentlichkeit zu musizieren. Wir haben es wirklich in der Hand, die zeitgenössische Musikkultur wieder zu beleben!

    Dienstag, Januar 03, 2006

    Lasst unsere Kinder singen!


    Seit vielen Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, dass Musik eines der schönsten Geschenke auf Erden ist.

    Von meiner frühesten Kindheit an, bin ich von Musik umgeben und die Beschäftigung mit Musik war nicht nur eine schöne Nebensache, sondern ein zentraler Bestandteil meines Lebens. Wenn man in der Lage ist, sich über die Musik auszudrücken, dann bereichert Musik das ganze Leben und hilft einem auch über schwierige Lebenssituationen hinweg. Ich erinnere, dass immer, wenn es mir nicht gut ging, ich mich an mein Klavier setzte und nicht selten Stunden improvisierend dort verbrachte.

    Aber Musik ist nicht nur ein Seelentröster, sie hat ebenso eine signifikante Wirkung auf die Intelligenz und das Sozialverhalten. Eine wachsende Zahl von Studien beweist, dass Kinder mit einer musikalischen Erziehung intelligenter sind und eine höhere Sozialkompetenz besitzen. Es ist nicht so entscheidend, welches Instrument sie erlernen, aber meiner Meinung nach ist die effektivste Form zu musizieren, der Gesang.

    Singen spricht den Menschen direkt an , weil gleichermaßen der Körper, die Seele und der Verstand die Instrumente sind. Wenn ich von der Arbeit zurückkam und eine Probe des Kammerchors anstand, hatte ich zunächst keine Lust, weil ich sehr müde war. Aber schon während des Einsingens spürte ich, wie der gesamten Stress und mentale Druck des Tages von mir abfiel und ich immer zufriedener und entspannter wurde. Wenn mehr Kinder musikalisch erzogen würden, gäbe es sicherlich weniger Sinnlosigkeit und Hass in ihrem Leben. So kann ich nur dem ehemaligen deutschen Innenminister Otto Schily zustimmen, der in einer Rede vor dem deutschen Bundestag feststellte:

    "Auf die Frage, was Eltern besser machen können, rate ich deshalb: 'Schicken Sie Ihre Kinder in die Musikschule, fördern Sie die Lust Ihrer Kinder am Instrument und am Singen, stärken Sie das Interesse der Kinder und Jugendlichen an kreativer künstlerischer Tätigkeit überhaupt."
    ...

    "Wer Kindern eine Musikerziehung vorenthält, macht einen schweren Fehler. Ich habe häufiger bekräftigt, dass die Musik nicht so irgendwie eine Beigabe ist, die man der Erziehung zufügen kann. Musikerziehung ist ein ganz elementarer Bestandteil einer ausgewogenen Erziehung. Gerade im Zusammenspiel lernt man im buchstäblichen und im übertragenen Sinn Taktgefühl. Man lernt Hören, Mithören, Ausdrucksfähigkeit, man lernt Intelligenz."
    .....

    "Ich wiederhole sehr bewusst meinen Satz: 'Wer Musikschulen schließt, schadet der Inneren Sicherheit.'"

    So lasst unsere Kinder einfach wieder mehr singen ! Ich bin überzeugt, dass dies ein friedvolleres und vernünftigeres Miteinander in unserer Gesellschaft zur Folge hätte.

    Ich wünsche uns allen ein friedvolles und glückliches Jahr 2006"

    Dienstag, Dezember 27, 2005

    Weihnachten in Wuppertal






    Hier nun ein paar Impressionen unserer traditionellen Familienfeier am 25. Dezember 2005 bei meiner Schwester.




    Wie jedes Jahr, schmückte sie den Weihnachtsbaum in einer besonders geschmackvollen und dekorativen Weise. Auch die Tischdekoration war eine Augenweide...




    Als Vorspeise gab es Salat mit Shrimps und Avocado-Crème.



    Als Hauptgericht gab es Tafelspitz. Diese traditionelle Spezialität aus Österreich besteht aus einem zarten Stück Fleisch vom Längerbein. Serviert wird es mit Schnittlauchsauce und Apfelkren. Apfelkren ist eine Mischung aus Meerettich und Apfelkompott. Als Beilagen gab es Spinat und Klöße. Läuft einem da nicht das Wasser im Munde zusammen?



    Als Dessert wurde Mousse au chocolat kredenzt. Hmmm, lecker....!!




    Nach dem Mittagsmahl, nahmen wir eine kleine Pause, bevor es Zeit wurde, Weihnachtsgeschenke auszutauschen. Aber da wir eine musikalische Familie sind, spielten die Kinder zunächst einige Weihnachtslieder für uns.





    Auch "Onkel Markus" hatte die Gelegenheit, einige Takte auf seinem alten Klavier zu spielen, das ich meinem Neffen "vermacht" habe, da meine neue Wohnung zu klein dafür ist. Schnief...




    Aber ich tröstete mich mit einem grossen Stück Schokoladentorte.



    So klang schließlich dieser Tag gut aus und ich verließ mein altes Klavier mit einer Träne im Knopfloch, aber durchaus wohlgenährt...!

    Samstag, November 26, 2005

    Verdi Requiem


    Hier sind einige Fotos unserer prachtvollen Stadthalle in Wuppertal. Sie wurde im Jugendstil erbaut.





    Nach dem zweiten Weltkrieg wurden alle schönen Decken- und Wandmalereien aus praktischen Erwägungen übermalt, aber von 1991-1995, wurden alle Säle in einer aufwendigen und kostspieligen Restaurierung wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt.





    Ist das nicht beeindruckend...? Es ist ein grosses Erlebnis, dort auf der Bühne zu stehen.




    Im Jahre 2001 habe ich dort an zwei grossen Konzertereignissen mitgewirkt. Wir führten Verdis Requiem mit dem Chor der "Konzertgesellschaft Wuppertal" und dem Wuppertaler Sinfonieorchester unter der Leitung des kanadischen Dirigenten George Hanson auf. Unsere Solisten waren Rebecca Turner, Sopran, Cornelia Wulkopf,Alt, Ki-Chun Park, Tenor und Yevgeni Nesterenko, Bass. Vielleicht kennen einige Opern-Fachleute diese Künstler...? Ich kann nicht in Worte fassen, was für ein erhabenes Gefühl es ist, dort vor 1500 Zuhörern zu stehen und dieses grossartige Requiem aufzuführen. Dies war einer der unvergesslichen Momente in meinem Musikerleben.

    Am Weihnachtstag desselben Jahres, führten wir auch den "Messias" von Georg Friedrich Händel auf, eines der schönsten Chorwerke, die je geschrieben wurden. Dieses Werk zeigt, wie expressiv der Barockstil sein kann. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt näher darauf eingehen....!

    Freitag, November 18, 2005

    Willkommen!



    Hallo zusammen,

    dies soll mein persönlicher Blog werden, also gewissermassen ein digitales Tagebuch, in dem ich meine persönliche Gedanken einer grösseren Öffentlichkeit zur Kenntnis bringen möchte.

    Ich bin das, was man einen "Herzensmusiker" nennt, deswegen werden sich sicherlich die meisten Einträge mehr oder weniger mit Musik beschäftigen. Aber auch Alltägliches soll an dieser Stelle Erwähnung finden.

    So wünsche ich den Besuchern meines Blogs viel Vergnügen beim Lesen!